Delphin-Apotheke Stade: Multiple Sklerose - Was ist das? - Schwerpunkt Multiple Sklerose

Delphin-Apotheke Stade
 
Delphin-Apotheke
Inh. Simone Hovest eK
Große Schmiedestr. 4
21682 Stade
Öffnungszeiten
Mo - Fr: 8:00 - 18:30 Uhr
Sa: 8:00 - 13:00 Uhr
Kontakt
Tel:  04141 / 777 430
Fax:  04141 / 777 431
 
E-Mail schreiben
 
Delphin-Apotheke Stade
 noch bis 8:30 Uhr:
Schwinge-Apotheke
Tel: 04141 / 88801
 
Heute:
Wir Leben Apotheke
Tel: 04141 / 407100
Alte Dorf-Apotheke Himmelpforten
Tel: 04144-5385
Ärztlicher Notdienst
Heute: Elbe Klinikum Stade
Tel: 04141 / 98585
 

Delphin-Apotheke Stade:
Multiple Sklerose - Was ist das?

Inhalt

 
 

1 Multiple Sklerose

Die Multiple Sklerose (MS, auch Encephalomyelitis disseminata) ist eine entzündliche/demyelinisierende und degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems und nach der Epilepsie die zweithäufigste neurologische Erkrankung jüngerer Erwachsener.
 
Die Krankheit zeichnet sich durch zwei wesentliche Merkmale aus. Zum einen treten im Gehirn und teilweise auch im Rückenmark verstreut Entzündungen auf, die durch den Angriff körpereigener Abwehrzellen auf die Myelinscheiden der Nerven verursacht werden. Außerdem kommt es aus verschiedenen Gründen zu einer zellulären Schädigung der Axone.
Durch diese Entwicklungen kommt es im Krankheitsverlauf zu einer verminderten Leitfähigkeit der Nervenbahnen, wodurch die typischen Symptome wie Kribbeln, Spastiken, Lähmung, schnelle Ermüdbarkeit (Fatigue) sowie Sehstörungen ausgelöst werden.
 
Entgegen der landläufigen Meinung führt MS nicht zwangsläufig zu schweren Behinderungen. 15 Jahre nach Erkrankungsbeginn sind (ohne Therapie) mindestens 50 % aller Patienten noch gehfähig. Multiple Sklerose ist nicht ansteckend.

2 Epidemiologie

Die Multiple Sklerose ist in Mitteleuropa die häufigste autoimmun-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Die ersten Symptome treten meist bei jungen Menschen zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr auf, häufig bleiben diese aber unentdeckt.
Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.
 
Schätzungen ergeben für Deutschland etwa 100.000, (etwa 70 von 100.000 Einwohnern) (Quelle: DMSG), in Österreich etwa 8500 Erkrankte, wobei die Schätzungen der Erkranktenzahl in Deutschland von ca. 67.000 bis ca. 138.000 reichen.
Die hohe Streuung erklärt sich aus der vermuteten hohen Anzahl an nicht diagnostizierten Erkrankten.
 

3 Genetik

Die MS ist keine klassische Erbkrankheit. Momentan geht man von einer Kombination von genetischer Disposition und äußeren Faktoren aus. Bei den Erbfaktoren der MS handelt es sich um polygene Merkmale, d. h. dass erst mehrere Gene zusammen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko bedeuten.
 

4 Formen

Es wird zwischen mehreren Verlaufsformen unterschieden:
 
  • Schubförmig remittierende MS
  • Sekundär progrediente MS
  • Primär progrediente MS
  • Fulminant verlaufende MS (selten)
 
 
Schubförmige MS: Unvorhersehbare Schübe führen zu Einschränkungen, die sich zum Teil oder ganz wieder zurückbilden können
 
 
Sekundär progrediente MS: Nach anfängliche schubförmigem Verlauf kommt es nun zu Verschlechterungen ohne erkennbare Schübe und Rückbildung der Symptome
 
 
Primär progrediente MS: Kontinuierliche Verschlechterung des Zustandes ohne erkennbare Schübe
 
 
Während die Entzündungen beim schubförmigen Verlauf in akuten Phasen auftreten und nach Abklingen der Entzündung zumindest teilweise auch die Symptome wieder verschwinden, geht die Verstärkung der Symptome beim primär und sekundär progredienten Verlauf schleichend langsam, beim fulminanten Typ kontinuierlich und sehr schnell vor sich.

5 Pathophysiologie

Schädigung der Myelinschicht

Die Pathogenese der MS ist unklar. Man nimmt heute jedoch an, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die Myelinschicht der Nervenzellen des Zentralnervensystems handelt.
 
Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass bereits geschädigte Nervenfasern zumindest teilweise ihre Leitfähigkeit wieder erlangen können, indem sie vermehrt Natrium-Kanäle in der Zellmembran exprimieren.

Schädigung der Axone

Durch moderne bildgebende Verfahren wie z.B. die Kernspintomographie ist es in den letzten Jahren möglich geworden, sicher nachzuweisen, dass die Beeinträchtigung der Axonen ein, wenn nicht der, entscheidende Faktor bei der Entwicklung bleibender Behinderungen darstellt.

6 Diagnose

Da die Analyse der auftretenden Symptome häufig keine zweifelsfreie Diagnosestellung zulässt, werden zusätzliche neurologische und radiologische Untersuchungen durchgeführt:

Neurologische Untersuchungen

  • Evozierte Potenziale
    eine Verzögerung der Latenzzeiten weist hier auf eine gestörte Erregungsleitung im Nerv hin, bei fortgeschrittener MS kann es auch zu einer Deformierung, Reduktion oder einem Verlust des Potenzials kommen
  • EEG
  • Untersuchung des Liquor cerebrospinalis
    der Liquor ist zu 90% pathologisch verändert; daher ist bei Verdacht eine Lumbalpunktion angebracht

Radiologische Untersuchungen

  • Magnetresonanztomografie
    in den gewonnenen Schichtbildern des Gehirns können sowohl entzündete und vernarbte Gewebebereiche dargestellt werden als auch mit Hilfe von Kontrastmitteln (Gadolinium) akute Krankheitsherde beobachtet werden
  • Computertomografie
    wird nur noch selten durchgeführt, da die Visualisierung der Entzündungen mit Hilfe der Magnetresonanztomografie besser möglich ist

Laborchemische Untersuchung

  • Bestimmung der anti-MOG-Antikörper und anti-MBP-Antikörper

7 Therapie

Obwohl eine Heilung von Multipler Sklerose bis jetzt noch nicht möglich ist, sind einige Medikamente verfügbar, die den Verlauf der MS verlangsamen und die bereits aufgetretenen Symptome lindern können.

Langzeittherapie

Der Entwicklung der Langzeittherapeutika liegt die Annahme zugrunde, dass es sich bei MS um eine Autoimmunerkrankung handelt.
Die Wirkstoffe versuchen durch Immunsupression (Unterdrücken des Immunsystems) oder Immunmodulation (Veränderung der Immunreaktion) in das Krankheitsgeschehen einzugreifen.
 
Bei der schubförmigen MS empfiehlt sich eine frühestmögliche immunmodulatorische Therapie, um schon im Frühstadium axonale Schäden einzugrenzen. Zur dieser Behandlung stehen Glatirameracetat und Beta-Interferon-Präparate zur Verfügung. Reicht diese Therapie nicht aus, wird eine Therapie mit Immunsupressiva (Eskalationstherapie) durchgeführt.
 
 
Wirkstoff
 
      Markenname
 
 
Basistherapie
 
Interferone
 
      Betaferon®, Avonex®, Rebif®, Extavia®
 
Glatirameracetat
 
      Copaxone®
 
 
Eskalationstherapie
 
Natalizumab
 
      Tysabri®
 
Mitoxantron
 
      Ralenova®
 
 
 
Durch die zur Verfügung stehenden Medikamente können folgende therapeutische Erfolge erzielt werden, welche die Progression der Behinderung verzögern und die Lebensqualität des Patienten verbessern:
 
  • Verringerung der Schubfrequenz
  • Schübe verlaufen weniger schwer
  • Schutz vor axonalen und neuronalen Schäden

Therapie akuter Schübe

Unter der Gabe von hoch dosierten Glucocorticoiden kann während eines akuten Schubes die Entzündungsreaktion binnen kürzester Zeit beendet werden. Dabei ist eine intravenöse Therapie mit 1000 mg Methylprednisolon über drei bis fünf Tage üblich.

Symptomatische Therapie

Im weiteren Verlauf der MS entstehen bei Patienten oft Symptome, die zwar nicht ursächlich behandelt werden können, deren Auftreten aber durch verschiedene Medikamente gemildert werden kann. Die wichtigsten Beschwerden werden im Folgenden aufgelistet:
 
  • Behandlung von chronischen neuropathischen Schmerzen
  • Chronische Müdigkeit und Energielosigkeit (Fatigue-Syndrom)
  • Schmerzhafte Muskelstarre (Spastik)
  • Muskelzittern (Tremor)
  • Depressive Störungen
  • Blasenfunktionsstörungen

Alternative Therapie

Es gibt noch einige weitere alternative Verfahren zur Behandlung der MS. Keine davon sind ausreichend wissenschaftlich untersucht worden und daher können auch keine Aussagen über deren Wirksamkeit getroffen werden. Auch bei den alternativen Therapien kann es zu erheblichen Nebenwirkungen kommen und die Kosten dieser Therapie werden im allgemeinen nicht von der Krankenkasse übernommen.

8 Quelle

 
      Wikipedia: Multiple Sklerose
 
Hier finden Sie auch noch weitergehende Informationen, die wir in diesem kurzen Überblick auf unseren Seiten nicht beschrieben haben.